Trockenfallende Flüsse und Bäche sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Weltweit fallen rund 60 Prozent dieser Gewässer mindestens an einem Tag pro Jahr trocken. Ihr natürlicher Wechsel zwischen Wasserführung und Trockenphase schafft einzigartige Lebensräume und fördert eine hoch spezialisierte Biodiversität. Klimawandel, Wasserentnahmen und Flussverbauung verändern diese Dynamik jedoch zunehmend und lassen selbst große Ströme immer häufiger austrocknen. Im Vortrag wird dargelegt, warum trockenfallende Gewässer für den Wasserhaushalt, die Artenvielfalt und den Menschen von zentraler Bedeutung sind – und wie ihr Schutz zu einer der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts geworden ist.
Prof. Dr. Klement Tockner ist Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor für Ökosystemwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2016 bis 2020 war er Präsident des Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF). Er zählt zu den international führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Süßwasserforschung und beschäftigt sich insbesondere mit Biodiversität, Gewässerökologie, Ökosystemwissenschaften, Nachhaltigkeit und Umweltmanagement. Seine Forschung konzentriert sich auf die Dynamik von Fließgewässern, den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie die nachhaltige Nutzung und Entwicklung aquatischer Ökosysteme. Dabei arbeitet er an der Schnittstelle von Ökologie, Geomorphologie und Hydrologie und verbindet Grundlagenforschung mit anwendungsorientierten Fragestellungen. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Verknüpfung natur- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen für Umwelt und Gesellschaft. Darüber hinaus berät er nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen in Fragen ihrer strategischen Entwicklung. Klement Tockner ist gewähltes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina – Nationalen Akademie der Wissenschaften sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.