Mind-Akademie 2026

Vom Ende zum Anfang: Wie Afrikas Vergangenheit seine Gegenwart prägt

Das Wirtschaftswachstum afrikanischer Nationen reicht von minus zehn bis plus zehn Prozent. Die Ursachen sind so vielfältig wie der Kontinent selbst. In diesem Vortrag erkunden wir eine dieser Dimensionen – die Vergangenheit. Der transatlantische Sklavenhandel und der europäische Imperialismus haben tiefe Spuren hinterlassen. Doch schon lange vor dem europäischen Kontakt entstanden große Königreiche und komplexe Gesellschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Aus Sicht der wirtschaftshistorischen Forschung ergründen wir, wie vorkoloniale und koloniale Strukturen, von Verwaltungssystemen bis zu Handelsnetzwerken, die wirtschaftliche Entwicklung damals wie heute prägen. Die Erfahrungen der einzelnen Regionen sind dabei ebenso unterschiedlich wie die Entscheidungen, die nach der Unabhängigkeit getroffen wurden. Am Ende stellt sich die Frage: Waren Sklavenhandel und Kolonialismus das Ende afrikanischer Eigenständigkeit; oder lässt sich aus diesem Ende ein neuer Anfang machen?

Das Profilbild der Vortragenden
Dr. Sarah Ferber

Ich bin promovierte Volkswirtin und arbeite derzeit als Post-Doktorandin an der Universität Lund in Schweden. Meinen Master habe ich an den Universitäten Göttingen und Stellenbosch (Südafrika) erworben, meine Promotion an der Universität Tübingen. In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung des afrikanischen Kontinents; besonders mit den Folgen des europäischen Imperialismus bis in die Gegenwart.
Seit Ende 2024 stehe ich außerdem als Science Slammerin auf deutschen Bühnen und erzähle dort von meiner Forschung zu den langfristigen Auswirkungen der Bildungsungerechtigkeit in der ehemaligen Kapkolonie (Südafrika). Denn wie die Vergangenheit verstanden und wahrgenommen wird, prägt maßgeblich, wie wir die Gegenwart begreifen.