Dieser Vortrag nimmt Sie und euch mit an die Schnittstelle von moderner Hirnforschung, Hightech‑Medizin und konkreten Lebensgeschichten. Ausgangspunkt sind Situationen, in denen scheinbar nichts mehr hilft: schwere Depression, Zwangserkrankungen und therapieresistente Verläufe. Anstatt aber dort stehen zu bleiben, geht es um neue Wege, die fast nach Science-Fiction klingen: nicht‑invasive Hirnstimulationsverfahren, die mit gepulsten Magnetfeldern direkt in Gehirnnetzwerke eingreifen, in denen Emotionen, Antrieb und Entscheidungen entstehen. Verständlich wird erklärt, wie Hirnstimulation wirkt, was bereits klinische Routine ist, was aktuell erforscht wird und wo ethische Grauzonen beginnen. Anhand echter Fallvignetten zeigt der Vortrag, wie aus „austherapiert“ wieder Hoffnung werden kann – und wo die Grenzen dieser Technologien liegen.
Christiane Licht ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberärztin für Hirnstimulation am Bezirkskrankenhaus Günzburg/Uni Ulm. Dort arbeitet sie genau an der Schnittstelle, an der Hightech-Medizin auf existenzielle Fragen psychischer Erkrankungen trifft: Sie leitet und erforscht in ihrer Abteilung, wie die gezielte Stimulation des Gehirns Menschen hilft, bei denen Medikamente und Psychotherapie an ihre Grenzen stoßen.
Ihr Weg führte sie über das Medizinstudium in Münster, Stationen an verschiedenen Universitätskliniken und einen Master in Kriminologie und Gewaltforschung hin zu einem klaren Fokus: Neuromodulation als Anfang eines neuen Zeitalters.
Neben der Klinik steht sie regelmäßig auf der Bühne: Als Science-Slammerin und Wissenschaftskommunikatorin erzählt sie von neuronalen Schwingungen, Depression und Hirnstimulation – verständlich, humorvoll und mit dem Ziel, Psychiatrie aus der Ecke des Stigmas zu holen.