„Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Die Frage nach dem eigenen Aussehen begleitet viele Menschen von früher Kindheit bis ins hohe Alter. Aussehensbezogene Sorgen sind dabei weit verbreitet und können von vorübergehenden Unsicherheiten bis hin zur Körperdysmorphen Störung (KDS) reichen. Im Kontext des Leitthemas „Anfang und Ende“ widmet sich dieser Beitrag den Ursprüngen und Verläufen aussehensbezogener Sorgen/KDS. Wann beginnen Menschen, ihr Äußeres kritisch zu betrachten? Welche Rolle spielen soziale Vergleiche, Schönheitsideale, Entwicklungsaufgaben und digitale Medien? Und wann enden diese Sorgen – oder verändern sie lediglich ihre Gestalt? Anhand aktueller Forschungsergebnisse werden Entstehungsbedingungen, aufrechterhaltende Mechanismen sowie Übergänge zu klinisch relevanten Störungsbildern wie der KDS beleuchtet. Gleichzeitig werden Faktoren diskutiert, die zu einer Verringerung von Aussehenssorgen beitragen können. Der Beitrag versteht Anfang und Ende dabei nicht als feste Zeitpunkte, sondern als dynamische Prozesse, die den Umgang mit dem eigenen Körper über die Lebensspanne prägen.
Als Psychotherapeutin und Psychotherapieforscherin liegt fachlicher Schwerpunkt auf der Körperdysmorphen Störung und anderen körperbezogenen psychischen Beschwerden – also auf der spannenden Frage, warum unser Blick in den Spiegel manchmal ziemlich überzeugend, aber nicht unbedingt hilfreich sein kann.
Mein Doktorat habe ich in Freiburg abgeschlossen. Danach zog mich die Bergwelt in die Schweiz nach Zürich, wo ich heute in Forschung und psychotherapeutischer Praxis tätig bin/war. Dort versuche ich, wissenschaftliche Erkenntnisse und klinische Realität möglichst sinnvoll zusammenzubringen.
Wenn ich nicht arbeite, bin ich meistens in Bewegung: laufend, wandernd oder irgendwo unterwegs in der Welt (idealerweise mit Familie, Zelt und Bergen in der Nähe). Ich koche gerne vegan, mache Yoga – und versuche dabei, im Alltag ungefähr so gelassen zu bleiben, wie ich es in der Theorie manchmal bin.