Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 schienen die Ukraine und Russland in einer ähnlichen Anfangsposition zu sein: zwei postsowjetische Staaten, die ihre neu gewonnene Souveränität als nationale Emanzipation vom sowjetischen Imperium begriffen. Doch seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts haben die beiden Staaten und Gesellschaften unterschiedliche Wege beschritten. Welches Ende das nimmt, ist im gegenwärtigen Krieg Russlands gegen die Ukraine noch nicht absehbar. Der Vortrag basiert auf einer älteren Fassung von 2023 - einsehbar hier: https://youtu.be/JUoGI3LwvhQ?si=KVWibsZYudJ7vlNO - und prüft, welche Thesen sich seitdem bewährt haben und an welchen Stellen ggf. Korrekturen vorzunehmen sind.
Martin Aust studierte Geschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Hannover und der FU Berlin. Promotion 2002 an der FU Berlin, Habilitation an der CAU Kiel 2008. Erstberufung 2011 an die LMU München, seit 2015 Professor für Geschichte und Kultur des östlichen Europas an der Universität Bonn. Jüngste Monographien: Erinnerungsverantwortung. Deutschlands Vernichtungskrieg und Besatzungsherrschaft im östlichen Europa 1939 - 1945, Bonn 2021 (bpb). Co-Autor von Osteuropa zwischen Mauerfall und Ukrainekrieg. Besichtigung einer Epoche, Berlin 2022 (suhrkamp). Aktuelles Forschungsthema: Musikgeschichte der Ukraine.