Mind-Akademie 2026

Zur Krise des Subjekts

Unsere Rechts- und Gesellschaftsordnung beruht derzeit im Wesentlichen auf den Gedanken und Prinzipien der Aufklärung. Die Philosophie der Aufklärung ist allerdings vor-darwinistisch: menschliche Intelligenz war seinerzeit die einzig vorstellbare. Dies hat bis heute Auswirkungen auf unsere Vorstellung des Subjekts (und Rechtssubjekts) sowie auf die Fragen, wer Rechte und Pflichten trägt, welche Entitäten zu schützen sind, wer Urheber oder Erfinder sein kann, und wie sich unser Verhältnis zu nicht-menschlicher Intelligenz oder Innovation gestaltet.

Das Profilbild der Vortragenden
Michael Hassemer

Michael Hassemer ist Jurist, Hochschullehrer und Richter. Er promovierte mit einer Arbeit über gewerbliche Schutzrechte im Mercosur. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und habilitierte sich 2006 mit einer rechtsvergleichenden Untersuchung zum europäischen Verbrauchsgüterkaufrecht.
Seit 2006 ist Hassemer Professor für Zivilrecht, Wirtschaftsrecht und Geistiges Eigentum an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Geistigen Eigentum und Verfassungsrecht. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war er Mitglied des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz und Richter am Oberlandesgericht Zweibrücken. Er ist zudem im Beirat des Instituts für Weltanschauungsrecht.
Hassemer hat in- und außerhalb Europas vorgetragen zu staatlicher und justizieller Neutralität, Sterbehilfe, Krise des Subjekts, ganzheitlichem Innovationsschutz, genetischen Ressourcen/traditionellem Wissen uvm.
Er unterhält einen juristischen Kanal auf YouTube mit über 1,8 Mio. Aufrufen. Mit der Band „jacuzzi“ gewann er zweimal den deutschen Pop- und Rock-Preis. Seine Musik findet sich auf spotify.com und weiteren Plattformen.