Der Wald ist eine regulierende Größe im Wasserkreislauf, dient als Kohlenstoffspeicher und beherbergt eine immense Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Alles Leben steht in enger Beziehung zueinander und bildet so ein Netzwerk mit engen Wechselwirkungen untereinander und zur Chemie, Physik und Geologie. Selbst geringe Störungen können diesen Zusammenhalt verändern oder sogar zerstören. Menschen handeln in diesem System unbewusst und bewusst erhaltend wie auch zerstörerisch. Der Vortrag soll über einen Teil des Netzwerkes, den Einfluss des Waldes auf lokale, regionale bis hin zu globalen Vorgängen rund um den Wasserkreislauf näher berichten Dabei spielen Wechselwirkungen zwischen Biosphäre und der Atmosphäre, insbesondere biogene reaktive Spurengase, Aerosole, Wolkenbildung und Regen, eine wesentliche Rolle. Ein Verlust an Waldfläche könnte sich auf die Niederschlagsmengen nicht nur für das Amazonasgebiet, sondern vielleicht auch für ganz Südamerika auswirken. Wäre das ein Ende des aktuellen Netzwerkes oder könnte es sich regenerieren?
Jürgen Kesselmeier ist ein leitender Wissenschaftler (i.R.) am Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz. Er studierte Biologie und Chemie, promovierte (Dr. rer. nat.) in den Naturwissenschaften an der Universität zu Köln, war Professor an den Universitäten Köln und Mainz sowie Leiter einer Forschungsgruppe in der Abteilung Biogeochemie am MPI-Chemie. Seine Forschungsinteressen gelten den biogenen Quellen und Senken klimarelevanter atmosphärischer Verbindungen, Von 2007 bis 2017 leitete er das Projekt „Amazon Tall Tower Observatory (ATTO)“ als deutscher Koordinator sowie als Mitglied des wissenschaftlichen Lenkungsausschusses. Seit 2019 ist er Mitglied des „Science Panel for the Amazon“ (im Rahmen des UN Sustainable Development Solutions Network). Er war Gründungsherausgeber und Chefredakteur der EGU-Fachzeitschrift Biogeosciences (2004–2017) und wirkte zudem als Herausgeber der EGU-Fachzeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics (2002–2010). Derzeit ist er als Senior Research Associate am Max-Planck-Institut für Chemie (MPIC) in Mainz tätig.