Prof. Dr. Matthias Bartelmann; Vortrag
Was wissen wir über den Anfang unserer Welt, und mit welcher Sicherheit sprechen wir darüber? Der Vortrag wird unser modernes Weltmodell besprechen, seine Grundlagen erläutern und beschreiben, aufgrund welcher Beobachtungen wir von diesem Weltmodell weitgehend überzeugt sind. Wie es angefangen hat und wie es enden kann, ist dennoch weitgehend offen.
Dominik Schirra; Workshop
Geheime Zeichen, verborgene Botschaften und ein Code aus dem Mittelalter.
Die Freimaurer-Chiffre ist mehr als nur eine Geheimschrift. Ihre Zeichen erschienen auf sandbestreuten Flächen, flüchtig, rätselhaft und wie aus einer anderen Zeit. Nach einem kurzen Blick in die Geschichte und auf die Hintergründe folgst du Kapitel für Kapitel den Spuren der Freimaurer, entschlüsselst geheime Symbole und testest deine Lösungen in unserer interaktiven Rätselwelt. Dabei verschmelzen Kryptologie und Geschichte miteinander und erzählen die Entstehungsgeschichte im Rätselformat – von mittelalterlichen Steinmetzen bis zu Symbolen, Logen und verschlüsselten Nachrichten.
Dr. Aline Thumm; Vortrag
Die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle gehört zu den großen technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Doch was macht ein Endlager eigentlich sicher? Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Wissenschaft hinter der Endlagersicherheit und zeigt, wie verschiedene Barrieren zusammenwirken, um Mensch und Umwelt langfristig zu schützen. Im Fokus stehen schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie die Rolle zementbasierter Materialien. Zement dient dabei nicht nur als Baustoff, sondern übernimmt wichtige Funktionen bei der Immobilisierung von Radionukliden, der Begrenzung von Stofftransportprozessen und dem Strahlenschutz. Anhand aktueller Forschung wird erläutert, wie das Verhalten solcher Materialien über lange Zeiträume untersucht und bewertet wird. Gleichzeitig wird das Mehrbarrierensystem eines Endlagers vorgestellt, in dem technische und geologische Barrieren gemeinsam für Sicherheit sorgen. Der Vortrag zeigt, wie Chemie, Materialwissenschaften, Geowissenschaften und Strahlenschutz zusammenwirken, um Lösungen für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle über Generationen hinweg zu entwickeln.
Dr. Stefan F. Ossmann; Workshop
Monogamie. Eine kulturelle Errungenschaft, eine Regel zum Beziehung führen, eine gesellschaftliche Norm. Und für viele eine Herausforderung, für manche etwas, das mit Partnerin oder Partner verhandelbar ist.
Sollten sich beide Personen darin einig sein, konsensual nicht-monogam zu leben, gilt es im Folgeschritt, die entsprechenden Regeln festzulegen und ein Modell zu finden. Die gängigsten Modelle heißen Swingen, offene Beziehung, Beziehungsanarchie, und Polyamorie. Aber welches Konzept passt dann wirklich (auch in der Praxis) – und ist das, was die eine Person will, tatsächlich dasselbe das die andere Person will?
Im Workshop werden die Teilnehmenden angeleitet, sich in jeweils eigene Lebens-, Liebes-, und Sexualhistorie zu gegeben, und den Status Quo gleich mitzureflektieren. Mit diesen Erkenntnissen versuchen wir (ihr) eine Einordnung auf Basis des theoretischen sozialwissenschaftlichen Modells der Poly-Proto-Typen nach Stefan Ossmann.
Die Inhalte werden vertraulich behandelt, niemand muss vor der Gruppe präsentieren. Und auch monogam lebende Personen sind herzlich eingeladen :-)
Annegret Wegner; Workshop
Du hast gerade etwas abgeschlossen, eine Neuorientierung steht an oder du hängst noch im Kopf in etwas Altem drin und willst gerne den Schritt in die Zukunft schaffen?
In diesem Workshop machen wir den Über-Gang vom Ende zum Anfang erlebbar. Der Workshop soll dir helfen, das Blockierende zurückzulassen, das Hilfreiche mitzunehmen und so gut in den nächsten Abschnitt gehen zu können. :-)
Die Technik kannst du für zukünftige Themen auch für dich selbst nutzen.
Hinweis: Du solltest schon eine Situation im Kopf haben. Nimm dir am besten etwas "Mittelschweres" vor. Es sollte nicht im Prinzip bedeutungslos sein, aber auch nicht das heftigste Lebensthema. Damit kannst du am besten üben, fühlst dich aber gleichzeitig im Gruppensetting sicherer, sodass du dich emotional gut genug einlassen kannst.
Oli Fischer; Vortrag
Die alltäglichen Berichte aus Krisenregionen sind aus den heutigen Nachrichten nicht mehr wegzudenken. Hiermit verbunden hat die Rüstungsindustrie wieder Zuwachs bekommen und ist angehalten, internationale Projekte gemäß politischen Vorgaben durchzuführen.
Dies führt oft zu Herausforderungen, welche wiederum medial präsentiert werden.
Eine dieser Schlagzeilen der letzten Monate war das deutsch-französische Flugzeugprojekt FCAS.
Ich möchte nun helfen, zu erklären, was FCAS überhaupt ist und wie dies entsprechend seines Umfangs und seiner Herausforderungen einzuordnen ist, so dass wir alle sachlich darüber diskutieren können.
Ziel des Vortrags ist die technische Beschreibung und Komplexität, sekundär die politische Tragweite und internationale Herausforderung bei diesem Projekt.
Bastian Winkler; Vortrag
Die Angriffe Israels und der USA auf den Iran haben weltweit ein umstrittenes Echo ausgelöst. Von Zustimmung nach dem Motto "Da erledigt jemand die Drecksarbeit für uns" bis zu kompletter Ablehnung mit Verweis auf das Völkerrecht ist alles zu finden. Die Situation ist also (mal wieder) komplex.
Der Vortrag soll kurz die Geschichte des Konfliktes und die damit verbundene Komplexität beleuchten, so dass es am Ende (hoffentlich) leichter fällt, sich eine eigene Meinung zu dem Thema zu bilden.
Dominik Schirra; Vortrag
Hier werden eigene Ideen zum Leben erweckt. Baue Schaltungen auf, schreibe eigene Programme und entwickle echte Projekte.
Passend zum Motto entwickeln wir direkt auf der Bühne ein Live-Projekt, das an vielen Stellen zum Mitmachen einlädt. Leuchtende Linien verbinden sich zu Ziffern und mit jeder Codezeile kommen wir dem Countdown näher: Wir experimentieren mit Bauteilen, testen unseren Code und entwickeln einen eigenen Segment-Counter. Nach dem ersten Projekt öffnet sich eine neue Welt: Sensoren erfassen die Umgebung, Roboterarme bewegen sich, Musik entsteht im Code und Zahlen rasen über Displays.
Deine Ideen und Projekte kannst du flexibel anpassen: Programmiere mit Text oder arbeite mit Codeblöcken, nutze echte Hardware oder verbinde alles direkt am Bildschirm. Es ist immer ein Erfolgserlebnis, wenn alles beginnt zu blinken und zu leuchten, genauso, wie du es programmiert hast.
Prof. Dr. habil. Matthias Noll; Vortrag
Der mikrobielle Abbau organischer und anthropogener Materialien ist eine zentrale Funktion von Waldökosystemen und steuert maßgeblich die Stoffkreisläufe. Untersuchungen in gemäßigten Regionen zeigen, dass besonders Pilze und Bakterien aktiv an der Zersetzung von Totholz, Laub und biologisch abbaubaren Kunststoffen (z.B. PBAT, PBS) beteiligt sind. Mithilfe moderner Hochdurchsatzsequenzierungsansätze werden die Reichhaltigkeit, taxonomische und funktionelle Diversität sowie Ausbreitungsmechanismen mikrobieller Gemeinschaften entlang von Gradienten zwischen urbanen und naturnahen Standorten analysiert. Experimentelle Ansätze mit standardisierten Substraten ermöglichen den Vergleich von Besiedlungs- und Zersetzungsraten unter unterschiedlichen Ökosystembedingungen und Klimaregimen. Ergänzend werden die Zusammenhänge zwischen Landnutzung, Biodiversität und Ökosystemleistungen durch die Integration von Modellierung und künstlicher Intelligenz untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass mikrobielle Vielfalt und Spezialisierung entscheidend für effiziente Abbauprozesse von Totholz, Laub und Kunststoffen sind und wesentlich zur Anpassungsfähigkeit von Wäldern gegenüber globalem Wandel beitragen. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Grundlagen für nachhaltige und biodiversitätsorientierte Waldbewirtschaftung.
Dr. Esther N. Moszeik; Workshop
Zwischen Ende und Anfang: Die Psychologie gelingender Veränderung
Veränderungen beginnen oft mit guten Vorsätzen – und scheitern dennoch erstaunlich häufig an Aufschieben, Selbstzweifeln oder der Angst vor dem Ungewissen. Aus psychologischer Sicht spielen dabei nicht nur Hindernisse und Risiken eine Rolle, sondern auch die Art und Weise, wie wir uns die Zukunft vorstellen.
In diesem interaktiven Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, wie positive Emotionen, insbesondere Vorfreude, Veränderungsprozesse unterstützen können. Aktuelle psychologische Forschung zeigt, dass positive Emotionen unseren Blick erweitern, Ressourcen stärken und sogenannte Aufwärtsspiralen („upward spirals“) in Gang setzen können. Gleichzeitig wird deutlich, dass Unsicherheit und die Antizipation möglicher Schwierigkeiten natürliche Begleiter vieler Neuanfänge sind.
Neben kurzen wissenschaftlichen Impulsen stehen die Erfahrungen der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Anhand eigener Vorhaben reflektieren wir, was beendet werden muss, damit Neues entstehen kann, welche inneren Hürden Veränderungen erschweren und wie Vorfreude helfen kann, konkrete erste Schritte in Richtung eines gelingenden Anfangs zu gehen.
Prof. Dr. Jürgen Kesselmeier; Vortrag
Der Wald ist eine regulierende Größe im Wasserkreislauf, dient als Kohlenstoffspeicher und beherbergt eine immense Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Alles Leben steht in enger Beziehung zueinander und bildet so ein Netzwerk mit engen Wechselwirkungen untereinander und zur Chemie, Physik und Geologie. Selbst geringe Störungen können diesen Zusammenhalt verändern oder sogar zerstören. Menschen handeln in diesem System unbewusst und bewusst erhaltend wie auch zerstörerisch. Der Vortrag soll über einen Teil des Netzwerkes, den Einfluss des Waldes auf lokale, regionale bis hin zu globalen Vorgängen rund um den Wasserkreislauf näher berichten Dabei spielen Wechselwirkungen zwischen Biosphäre und der Atmosphäre, insbesondere biogene reaktive Spurengase, Aerosole, Wolkenbildung und Regen, eine wesentliche Rolle. Ein Verlust an Waldfläche könnte sich auf die Niederschlagsmengen nicht nur für das Amazonasgebiet, sondern vielleicht auch für ganz Südamerika auswirken. Wäre das ein Ende des aktuellen Netzwerkes oder könnte es sich regenerieren?
Prof. Dr. Martin Aust; Vortrag
Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 schienen die Ukraine und Russland in einer ähnlichen Anfangsposition zu sein: zwei postsowjetische Staaten, die ihre neu gewonnene Souveränität als nationale Emanzipation vom sowjetischen Imperium begriffen. Doch seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts haben die beiden Staaten und Gesellschaften unterschiedliche Wege beschritten. Welches Ende das nimmt, ist im gegenwärtigen Krieg Russlands gegen die Ukraine noch nicht absehbar. Der Vortrag basiert auf einer älteren Fassung von 2023 - einsehbar hier: https://youtu.be/JUoGI3LwvhQ?si=KVWibsZYudJ7vlNO - und prüft, welche Thesen sich seitdem bewährt haben und an welchen Stellen ggf. Korrekturen vorzunehmen sind.
Prof. Dr. Joachim Quack; Vortrag
Aus dem Alten Ägypten sind einige Texte erhalten, welche eine Schilderung der Zukunft in düsteren Farben enthalten. Insbesondere wird der Zusammenbruch der gesellschaftlichen und sozialen Ordnung beklagt. Dabei kommen fallweise auch Umweltkatastrophen wie insbesondere ausbleibende Nilüberschwemmung zur Sprache. Heutzutage besteht teilweise eine Tendenz, derartige Schilderungen gerade in letzterem Punkt ernst zu nehmen und mit historischen Klimaveränderungen korrelieren zu wollen. Es gibt allerdings etliche Unsicherheiten dabei, die u.a. auf der teilweise schlechten Erhaltung der Handschriften beruhen. Zudem sind diese Jahrhunderte später als die von ihnen angeblich geschilderten Ereignisse. Der Vortrag wird die wesentlichen Quellen vorstellen und diskutieren, was man ihnen belastbar entnehmen kann und was nicht.
Prof em Dr Till Förster; Vortrag
Schon heute, bei noch 1,4℃ globaler Erwärmung, untergräbt der Klimawandel die Existenz von Millionen Menschen im Globalen Süden. In Afrika verschieben sich der Steppen- und Savannengürtel südlich der Sahara stetig nach Süden. Viele Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage. Wenn es geht, bauen sie andere, trockenresistentere Feldfrüchte an. Oder sie ziehen in feuchtere Gebiete weiter im Süden. Nicht wenige lassen sich am Rande grosser Städte nieder. Die Menschen erleben einen tiefgreifenden Wandel. Eine wissenschaftlich fundierte Vorstellung von Klimawandel und dessen Gründen haben die wenigsten von ihnen. Sie machen sich jedoch einen eigenen Reim auf das, was ihr Leben so einschneidend verändert. Manche verzweifeln, manche aber entwickeln eine Kreativität, die ihnen das Überleben und vielleicht einen Neuanfang ermöglicht. Selten können die Menschen die bleiben, die sie einmal waren. Es ist ein existentieller Wandel, den sie so gut es geht zu gestalten suchen und dessen Folgen sie dennoch zu anderen Menschen macht.
Miriam Rassenhofer; Vortrag
Emotionale Formen der Kindesmisshandlung, sprich psychische Misshandlung und emotionale Vernachlässigung, gehören zu den häufigsten Formen der Misshandlung, sind aber mit am schwierigsten zu erkennen.
Wie kann man vielleicht dennoch erkennen, was Kindern widerfährt? Wie kann man dem ein Ende setzen? Und endet dann alles, die Kindheit, die Gesundheit, das Leben? Oder gibt es Wege, dass gute Dinge trotzdem weitergehen können, auch Neues beginnen kann? Mit diesen Fragen zu Erscheinungsformen und Epidemiologie emotionaler Formen der Kindesmisshandlung, Folgeerscheinungen sowie möglichen Interventionen beschäftigt sich der Vortrag aus wissenschaftlicher, psychotherapeutischer Sicht.
Prof. Dr. Friederike Pannewick; Vortrag
Wer sich mit dem Nahen Osten der Gegenwart beschäftigt, kommt um das Thema Krieg und Gewalt nicht herum. Diese Region erscheint in westlichen Medien geradezu als Paradebeispiel für eine jahrzehntealte Gewaltspirale. Wie gehen Menschen mit einem derart von Unsicherheit und Angst geprägten Alltag um? Welche Spuren hinterlässt diese Situation im Denken und Leben gerade junger Menschen?
Die aktuelle arabische Literatur ist tief geprägt von diesen Fragen, oft wird sie als verzweifelter Aufschrei, Klage oder politischer Protest entworfen. Dieser Vortrag beschäftigt sich mit einem irakischen Roman, der zur Zeit der US-Invasion in Bagdad 2003 spielt. Ein irakischer Student musste sein Studium im Krieg aufgeben, um die Leichenwäscherei seines verstorbenen Vaters zu leiten. Zutiefst traumatisiert grübelt er über Ende und Anfang, Tod und Leben im Kontext von Terror und Gewalt nach.
Prof. Dr. Klement Tockner; Vortrag
Trockenfallende Flüsse und Bäche sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Weltweit fallen rund 60 Prozent dieser Gewässer mindestens an einem Tag pro Jahr trocken. Ihr natürlicher Wechsel zwischen Wasserführung und Trockenphase schafft einzigartige Lebensräume und fördert eine hoch spezialisierte Biodiversität. Klimawandel, Wasserentnahmen und Flussverbauung verändern diese Dynamik jedoch zunehmend und lassen selbst große Ströme immer häufiger austrocknen. Im Vortrag wird dargelegt, warum trockenfallende Gewässer für den Wasserhaushalt, die Artenvielfalt und den Menschen von zentraler Bedeutung sind – und wie ihr Schutz zu einer der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts geworden ist.
Prof. Dr. Georg Bitter; Vortrag
Die Insolvenz einer unternehmerisch tätigen Gesellschaft (z.B. GmbH, AG etc.) wird ebenso wie die Insolvenz einer natürlichen Person oft mit einem Scheitern und Versagen gleichgesetzt. Sie wäre dann das wirtschaftliche und persönliche Ende der (juristischen) Person. Doch kann eine Insolvenz auch der Anfang von etwas Neuem sein, wenn sie für eine Restrukturierung, einen wirtschaftlichen und finanziellen Neubeginn genutzt wird. Die im deutschen Recht vorhandenen Instrumente der Insolvenzordnung (InsO) und des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) werden für ein nichtjuristischen Publikum nachvollziehbar aufgezeigt. Es gibt für jede und jeden eine zweite Chance!
Katja Schwalbach; Vortrag
Introvertierte kennen diese Fragen: Kann ich das überhaupt mit meiner zurückhaltenden Art? Bin ich belastbar genug? Wie weit muss ich mich verstellen? Und sie kennen den Blick von außen: zu ruhig, zu wenig präsent, nicht engagiert genug.
Dieser Vortrag nimmt beide Perspektiven ernst. Er zeigt, wie viele introvertierte Führungskräfte versuchen, den Alltag zu kompensieren - präsenter zu werden, spontaner zu reagieren, dauerhaft erreichbar zu wirken. Und was das kostet: den Zugang zu genau den introvertierten Stärken, die sie als Führungspersönlichkeit brauchen.
Das Ziel sollte sein, die Führungsrolle so zu gestalten, dass ihre Stärken verfügbar bleiben - für das Team, für die Entscheidungen, für die eigene Belastbarkeit. Denn wer leise führt, hinterlässt oft mehr Wirkung als erwartet.
Dr. Christoph Abels; Vortrag
Demokratien sind nur so stark wie der politische Wille, an ihnen festzuhalten. Eine zentrale Rolle spielen dabei Normen – sie regeln die Bereiche unseres Zusammenlebens, die nicht ausdrücklich in Gesetzen oder Verfassungen festgeschrieben sind. Als Fundament demokratischer Stabilität genießen Normen jedoch nicht denselben Schutz wie Verfassungen und geraten daher besonders leicht ins Visier politischer Machtspiele. Welche Folgen Normverletzungen für die Stabilität demokratischer Systeme haben – und was Kernkraftwerke mit Demokratien gemeinsam haben –, darum geht es in diesem Vortrag.
Lukas Wenzel (M.Sc.); Vortrag
Wie werden unsere Städte und Gemeinden künftig klimafreundlich, bezahlbar und verlässlich mit Wärme versorgt? Die Kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Baustein der Energiewende – und betrifft Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Verwaltungen, Stadtwerke und Unternehmen.
Der Vortrag gibt einen verständlichen Einblick in die Grundlagen der Kommunalen Wärmeplanung: Was steckt hinter dem Konzept, welche gesetzlichen Anforderungen bestehen und wie läuft ein Wärmeplanungsprozess in der Praxis ab? Darüber hinaus werden die Chancen beleuchtet, die sich für Menschen vor Ort ergeben; von mehr Planungssicherheit über neue Möglichkeiten beim Heizen bis hin zu langfristigen Perspektiven für Klimaschutz.
Gleichzeitig richtet der Vortrag den Blick auf die Zeit nach der Erstellung eines Wärmeplans: Welche Herausforderungen entstehen für Kommunen bei Umsetzung und Kommunikation? Welche Erwartungen treffen auf begrenzte Ressourcen? Und wie kann aus einer strategischen Planung eine erfolgreiche Wärmewende werden?
Ein kompakter Überblick über ein Thema, das die Zukunft unserer Städte und Gemeinden entscheidend prägen wird.
Lukas Drölle; Vortrag
Familienunternehmen gelten als Rückgrat der Wirtschaft – doch was passiert, wenn sie in eine Krise geraten? Ist dies der Anfang vom Ende oder die Chance für einen Neuanfang?
Der Vortrag beleuchtet typische Krisenverläufe in Familienunternehmen und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen aus der Restrukturierungsberatung. Besonderes Augenmerk liegt auf den spezifischen Herausforderungen, die sich aus der Überlagerung von Familie, Eigentum und Unternehmen ergeben.
Anhand interaktiver Elemente und Fallbeispiele werden Entscheidungsoptionen und Erfolgsfaktoren für die Bewältigung von Krisen diskutiert. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis dafür zu entwickeln, wann Krisen destruktiv wirken – und wann sie als Ausgangspunkt für Transformation dienen können.
Dr. Eva Meister; Workshop
Du suchst nach Wegen, dein Potenzial in einem berufsbegleitenden Studium oder einem Zertifikatskurs besser auszuschöpfen? In diesem Workshop bekommst du zunächst einen Überblick darüber, wie besonders begabte Menschen lernen, und lernst eine Auswahl an Strategien kennen, die zu diesem Denkstil passen.
Gemeinsam schauen wir auf typische Herausforderungen wie überhöhte Ansprüche an sich selbst, mangelnde Selbststeuerung oder Langeweile im Lernprozess und überlegen, mit welchen Strategien man ihnen begegnen kann. Im zweiten Teil prüfst du, welche dieser Strategien zu deinem Lernprojekt und Denkstil passen, und wie du sie einsetzen könntest. So nimmst du klare Ansatzpunkte für deinen Lernalltag mit. Daneben bleibt Raum für den Austausch unter Gleichgesinnten.
Geleitet wird der Workshop von einer vielseitigen Akademikerin mit mehreren Hochschulabschlüssen, darunter ein Master der Harvard University, die ihre Lernstrategien in ganz unterschiedlichen Studienformaten selbst erprobt hat.
Bitte bring ein konkretes Lernprojekt mit (geplant oder laufend) und ein internetfähiges Smartphone für ein paar interaktive Elemente.
Schutzkonzeptteam / Vertrauensteam; Workshop
Bei der letzten Akademie haben wir unsere Ideen vorgestellt und ihr uns wertvollen Input gegeben. Jetzt sind wir ein ganzes Stück weiter: Wir haben mit viel Herzblut überlegt, formuliert, umgeschmissen, angepasst, und all das mehrfach. In Zusammenarbeit mit dem Vorstand haben wir jetzt ein verabschiedbares Konzept, das wir euch stolz vorstellen werden! Gleichzeitig sind wir offen für alle Fragen und nicht zuletzt eure zukünftige Unterstützung. Denn jetzt geht es an die Aufgabe, ein "Vertrauensteam" ins Leben zu rufen als eine Art Hintergrunddienst des MHN - und dafür brauchen wir eure Beteiligung. Kommt zu unserem Austausch, werdet alle Fragen los und dann vielleicht sogar Teil unseres netten Teams! :-)
PD Dr. Christine Blome; Vortrag
Mittlerweile kennt wohl jeder eine Person mit Long COVID oder ME/CFS ("chronisches Fatiguesyndrom", eine weitere postinfektiöse Erkrankung). Obwohl deutschlandweit über 1,4 Millionen Menschen betroffen sind und täglich neue Erkenntnisse über physiologische Auffälligkeiten bei diesen Erkrankungen publiziert werden, werden sie von Ärztinnen immer noch erschreckend häufig verharmlost. Statt einer wirksamen Symptombehandlung erhalten viele Betroffene Diagnosen wie Depression oder Angststörung; vielen wird eine problematische Krankheitsverarbeitung oder Simulation unterstellt. Nicht selten müssen sogar schwersterkrankte, bettlägerige Menschen zusätzlich um einen Pflegegrad oder eine Berentung kämpfen.
Doch was steckt hinter dieser Stigmatisierung und Psychologisierung? Was hat das alles mit einer paternalistischen Kultur in der Medizin zu tun? Und wie lang wird es noch dauern, bis wenig erforschte Erkrankungen, die überwiegend Frauen betreffen, angemessen behandelt werden? In diesem Vortrag berichte ich aus unserer eigenen Forschung und über die Freude, zusammen mit immer mehr engagierten Menschen leidenschaftlich für eine bessere Versorgung zu kämpfen.
Ivo Drescher; Workshop
Psychologische und neurowissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass Wohlbefinden wesentlich durch Aufmerksamkeit, emotionale Ausrichtung und mentale Gewohnheiten geprägt wird. Viele dieser Muster entstehen unbewusst, können aber durch wiederholte Übung beeinflusst werden.
Im Kontext des Leitthemas „Ende und Anfang“ wird Loving-Kindness-Meditation (Metta) als Praxis verstanden, mit der eingefahrene mentale Muster bewusst unterbrochen und neue innere Haltungen kultiviert werden können.
Der Workshop führt in zentrale psychologische Prinzipien ein: wie Aufmerksamkeit unser Erleben formt, wie mentale Muster entstehen und weshalb regelmässige Meditation innere Haltungen verändern kann. Anschliessend werden die Teilnehmenden durch geführte Übungen in die Praxis eingeführt. Ergänzt wird dies durch kurze Reflexion und Austausch.
Ziel ist es, die psychologischen Prinzipien hinter Loving-Kindness-Meditation verständlich zu machen und ihre Anwendung in der Praxis erfahrbar zu machen.
PD Dr. rer. nat. Mario Fischer-Gödde; Vortrag
Meteorite sind kleinere Bruchstücke von Asteroiden, die auf der Erde eingeschlagen sind. Die meisten Meteorite stammen von Asteroidenkörpern, die sich bereits zu Beginn des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren gebildet haben. Die Meteoritenforschung liefert wichtige Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems und die Entwicklung der Erde aus. So konnte erst durch die wissenschaftliche Untersuchung von Meteoriten der Anfang des Sonnensystems genau bestimmt werden und die Frage beantwortet werden, warum ein Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren die wahrscheinlichste Erklärung für das plötzliche Aussterben der Dinosaurier war. Erst durch das Ende der Dinosaurier wurde wiederum der Anfang der Welt ermöglicht, die wir heute kennen.
Frauke Niehues; Vortrag
Impacttechniken sind hocheffektive Methoden für den Therapie- und Beratungskontext. Sie können unter anderem zur Emotionsaktivierung, zur Verdeutlichung komplexer Zusammenhänge, zur Motivationssteigerung sowie zur Memorierung und Verankerung von Lösungskonzepten eingesetzt werden.
In diesem Vortrag werden neue Impacttechniken für unterschiedliche Fragestellungen und Einsatzbereiche vorgestellt und demonstriert. Da viele Teilnehmende die theoretischen Grundlagen und Wirkmechanismen bereits aus früheren Vorträgen kennen, wird der Fokus diesmal vor allem auf praktischen Demonstrationen und neuen Interventionen liegen. Die theoretischen Hintergründe können über folgenden Link eingesehen werden: https://www.youtube.com/watch?v=3_Wik4jUe10
Beispiel für eine Impacttechnik: Ein Klient erlebt die Folgen belastender Entwicklungsbedingungen als persönliches Versagen. Man zeigt ihm eine vertrocknete Pflanze in einem ausgetrockneten Blumentopf und fragt: „Ist die Pflanze schuld daran, dass sie nicht wachsen konnte?“ Die Metapher verdeutlicht, wie stark Entwicklung von Rahmenbedingungen beeinflusst wird.
Der Vortrag zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie Impacttechniken emotional berühren und nachhaltig wirken können.
Prof. Dr. Rainer Nübel; Vortrag
Wenn etwas zu Ende geht, das Neue aber noch nicht richtig greifbar ist, kann das ein spannender Aufbruch sein. Oder Angst auslösen – vor dem Scheitern, vor der Zukunft. Die Transformation, dieser große aktuelle Wandel, der alle Menschen und gesellschaftliche Funktionsbereiche betrifft, steckt in diesem Nicht-mehr und Noch-nicht. Was sagt eigentlich die gute alte Literatur zum Leben in Zwischenräumen, und was der ganz normale Alltag? Warum geht Glück auf den Kreislauf? Und was hat das alles mit Kommunikation in unsicheren und verunsichernden Zeiten zu tun?
Am Ende der 60 Minuten fangen wir vielleicht an, Zwischenräume richtig gut zu finden. Oder uns an ihnen zu reiben. Hauptsache, du lässt dich positiv irritieren.
M.Sc. Felicitas Baumann, M.Sc. Andrea Mayer; Vortrag
Paare in Partnerschaftskonflikten suchen häufig erst sehr spät professionelle Hilfen auf. Die von Ambivalenzen und Konflikthaftigkeit geprägten Partnerinteraktionen sind dann bereits verfestigt und gegenseitige Verletzungen führen zu einer fortschreitenden Entfremdung. Paare in diesen Situationen professionell abzuholen und in einem Prozess der Entscheidungsfindung, der Wiederannäherung oder der Trennung zu begleiten, ist eine spannende Herausforderung. In unserem Vortrag wollen wir einen Einblick in aktuelle Entwicklungen in der Paarberatung und -therapie geben. Es werden negative Dynamiken in Partnerschaftskrisen sowie wichtige Bausteine für eine positive Partnerschaftsentwicklung beleuchtet und kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze und Interventionen aus dem in Heidelberg entwickelten Präsenz- und Onlineangebot für Paare in Partnerschaftskrisen vorgestellt.
Manfred Kraut; Vortrag
Eine eigene Persönlichkeit hat jeder Mensch. Weil es aber so viele Menschen gibt, gab es von jeher eine Tendenz Persönlichkeiten in Gruppen oder Kategorien einzuteilen, um sich zu erleichtern mit Menschen umzugehen.
Eine hilfreiche Methode uns selbst und andere kennen zu lernen bietet das Riemann-Thomann-Kreuz.
Die Grundlagen und der mögliche Einsatz desselben sind Thema des Vortrags.
Oliver Klee; Workshop
Psychologische Sicherheit (nach Amy Edmondson) ist der wichtigste Faktor dafür, wie leistungsfähig und stabil ein Team ist - noch vor dem Vertrauen innerhalb des Teams. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Teammitglieder Fragen stellen, ihre eigenen Ideen einbringen und offenen über Fehler sprechen, um daraus zu lernen.
In diesem Workshop schauen wir uns gemeinsam an, wie psychologische Sicherheit funktioniert, welche gravierenden Auswirkungen es hat, wenn sie fehlt, und was ihr tun könnt, um die psychologische Sicherheit in einem Team oder einer Organisation zu verbessern.
Ingrid Suvak; Workshop
Die Stunde lädt dich dazu ein, mit deinem Körper in einen angenehmen Kontakt zu kommen. Was tut mir gut? Was passt für mich? Wenn alles erstmal sein darf, wie es ist, treten Spannungen, die uns schützen sollen, in den Hintergrund und der eigene Körper kann als sicherer Ort erlebt werden.
Das erwartet dich:
Einfache Körperübungen zur Regulation des Nervensystems; eine sanfte Yoga-Praxis zur Mobilisierung der Gelenke sowie zur Kräftigung, Lockerung und Dehnung der Muskulatur; eine geführte Endentspannung
- Keine Vorkenntnisse notwendig -
Bitte achte auf bequeme Kleidung und bring eine Yoga-/Gymnastikmatte mit.
Alexander Dings; Vortrag
Am Anfang war das Wort, über eins schweigt sich die Bibel dabei aber aus: Wie viele Punkte bringt es?
Scrabble beginnt für viele im heimischen Wohnzimmer mit Diskussionen darüber, ob Tante Mechthilds Schwanzhund ein deutsches Wort ist; für manche, wie Ben Berger und Alex Dings als den beiden Dozenten bei diesem Vortrag, endet es mit Goldmedaillen bei der Deutschen Meisterschaft. Wie kommt man dahin? Wir beginnen mit den Strategie-Grundlagen für Neulinge und enden mit Ausflügen dahin, auf welche Komplexitätsstufen Computerprogramme und der als menschlicher "Scrabble-Savant" bekannt gewordene Nigel Richards ein vermeintlich simples Brettspiel heben.
Ben Berger; Workshop
Wenn zwei der Scrabble-Koryphäen (ja, das kann viele Punkte bringen ;)) zur Verfügung stehen, soll natürlich auch Gelegenheit gegeben werden, Ihnen beim Spielen über die Schulter zu gucken und ggf. auch mit ihnen die Klingen zu kreuzen. Beim Spiel gegeneinander werden sie ihre Züge kommentieren und auch Fragen beantworten. Danach besteht die Gelegenheit zu Simultanpartien oder Konferenzpartien Teilnehmer - Profis, je nach Anzahl der Teilnehmer und Wunsch vor Ort. Gespielt wird nach Turnierregeln und der offiziellen Wortliste (www.scrabble-info.de).
Dr. Marie Drüge; Vortrag
„Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Die Frage nach dem eigenen Aussehen begleitet viele Menschen von früher Kindheit bis ins hohe Alter. Aussehensbezogene Sorgen sind dabei weit verbreitet und können von vorübergehenden Unsicherheiten bis hin zur Körperdysmorphen Störung (KDS) reichen. Im Kontext des Leitthemas „Anfang und Ende“ widmet sich dieser Beitrag den Ursprüngen und Verläufen aussehensbezogener Sorgen/KDS. Wann beginnen Menschen, ihr Äußeres kritisch zu betrachten? Welche Rolle spielen soziale Vergleiche, Schönheitsideale, Entwicklungsaufgaben und digitale Medien? Und wann enden diese Sorgen – oder verändern sie lediglich ihre Gestalt? Anhand aktueller Forschungsergebnisse werden Entstehungsbedingungen, aufrechterhaltende Mechanismen sowie Übergänge zu klinisch relevanten Störungsbildern wie der KDS beleuchtet. Gleichzeitig werden Faktoren diskutiert, die zu einer Verringerung von Aussehenssorgen beitragen können. Der Beitrag versteht Anfang und Ende dabei nicht als feste Zeitpunkte, sondern als dynamische Prozesse, die den Umgang mit dem eigenen Körper über die Lebensspanne prägen.
Oliver Klee; Workshop
Ich liebe Gesellschaftsspiele, und ich gebe Workshops u.a. zu Führung und Teamentwicklung. Außerdem finde ich, dass Lernen Spaß machen sollte. Deswegen habe ich angefangen, didaktische Gesellschaftsspiele für Workshops zu entwickeln.
In dieser Session möchte ich Prototypen einiger didaktischer Spiele mit euch spielen, mit denen man Konzepte der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall Rosenberg üben kann. Nach jedem Spiel hole ich mir euer Feedback, damit ich die Spiele weiter verbessern kann.
Vorkenntnisse in Gewaltfreier Kommunikation sind nicht nötig, aber hilfreich (weil wir dann auch Spiele für Fortgeschrittene spielen können).
Michael Hassemer; Vortrag
Wir möchten nicht nur selbstbestimmt leben, sondern auch selbstbestimmt sterben. Wer entscheidet über den Grad unserer Selbstbestimmtheit? Falls diese in Zweifel steht oder nicht in ausreichendem Maße gegeben ist: Was sind die Konsequenzen für sterbewillige Menschen und für die Suizidassistenz?
Hilfreich ist hier die Unterscheidung zwischen - grundrechtlich zugewiesener - formaler Entscheidungsautonomie einerseits und materieller Autonomie andererseits, die stets einer Reihe von Einflussfaktoren ausgesetzt ist. Sind diese Einflüsse zu kontrollieren (Autonomiesicherung durch Verfahren)?
Und wäre das Strafrecht, wenn man es als “ultima ratio” rechtsstaatlichen Handelns begreift, hierfür das richtige Instrument?
Absehbar ist schließlich, dass Angebot und Nachfrage auf dem Gebiet der Suizidassistenz zunehmen. Relevant werden somit Fragen zu Marktfreiheit und Marktkontrolle.
Prof. Dr. Christian Spannagel; Vortrag
Die liegende Acht ist allgegenwärtig – in Logos, Schmuckstücken, spirituellen Traditionen und mathematischen Darstellungen. Als Symbol der Unendlichkeit übt sie auf Menschen seit jeher eine besondere Faszination aus. Doch sie ist längst nicht das einzige Zeichen für das Grenzenlose.
Der Vortrag unternimmt einen Streifzug durch verschiedene Symbole der Unendlichkeit – von dem in der Mathematik verwendeten Unendlichkeitszeichen bis hin zum Ouroboros, der sich selbst verschlingenden Schlange aus antiken Mythologien. Dabei begegnen sich Mathematik, Kulturgeschichte und Symbolik auf vielfältige Weise. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es Menschen in unterschiedlichen Kontexten gelungen ist, mit endlichen Mitteln etwas zu beschreiben, das per Definition keine Grenze kennt.
Lisa Hammes; Vortrag
Testamente und Vorsorgeregelungen werden häufig mit späteren Lebensphasen verbunden, sind jedoch auch für jüngere Menschen von großer Bedeutung. Ziel dieses Vortrag ist es, verständlich die grundlegenden rechtlichen Zusammenhänge rund um Nachlassplanung und persönliche Vorsorge.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, welche gesetzlichen Regelungen greifen, wenn keine letztwillige Verfügung vorhanden ist. Darauf aufbauend wird dargestellt, worauf bei der Erstellung eines Testaments zu achten ist. Behandelt werden sowohl formale Anforderungen als auch inhaltliche Gestaltungsmöglichkeiten sowie typische Fehlerquellen, die leicht vermieden werden können. Ein weiterer Teil des Vortrags widmet sich den Vorsorgeregelungen. Dabei werden insbesondere die Generalvollmacht und die Patientenverfügung betrachtet. Es wird erklärt, welche Funktion diese Instrumente erfüllen, in welchen Situationen sie relevant werden und warum sie eine wichtige Ergänzung zur Testamentserstellung darstellen.
Insgesamt zeigt der Vortrag auf, dass Testamente und Vorsorgeregelungen nicht erst im späteren Lebensverlauf an Bedeutung gewinnen, sondern bereits in jüngeren Jahren sinnvoll sein können.
apl. Prof. Dr. Jörg Schuster; Workshop
Textanfänge können als Schlüssel zum Verständnis literarischer Werke und auch ihres literaturhistorischen Orts dienen. So verweist das für unmittelbar nach 1945 veröffentlichte Kurzgeschichten typische unvermittelte Einsetzen der Handlung ‚in medias res‘ auf die kulturpolitische Ideologie einer ‚Stunde Null‘, die sich der Illusion einer völligen literaturgeschichtlichen Voraussetzungslosigkeit hingibt. Dieses von zentralen Vertretern etwa der literaturpolitisch wichtigen ‚Gruppe 47‘ vertretene Programm des ‚Kahlschlags’ räumt dabei nicht nur mit Propaganda und ‚Schönschreiberei‘ während der NS-Diktatur auf, sondern verweigert sich unter neorealistischem Vorzeichen auch Traditionen der Moderne. Im Workshop wollen wir demgegenüber der Vielfalt der Nachkriegsliteratur (von 1945 bis in die 1970er Jahre) nachgehen, indem wir gemeinsam Textanfänge analysieren und weiterspinnen. Der Workshop ergänzt den Vortrag zum gleichen Thema.
apl. Prof. Dr. Jörg Schuster; Vortrag
Kaum eine literaturgeschichtliche Epoche zeichnet sich durch einen so problematischen Anfang aus wie die deutsche Nachkriegsliteratur. Dies gilt umso mehr, als zentrale Vertreter etwa der literaturpolitisch wichtigen ‚Gruppe 47‘ mit großem Pathos eine ‚Stunde Null’ proklamieren. Dadurch kommt es zum Ausblenden der eigenen Vorgeschichte im NS-Deutschland (häufig als Wehrmachtssoldaten und bereits literarisch Publizierende) und zur Illusion einer tabula rasa, eines vermeintlich voraussetzungslosen Neubeginns aus sich selbst heraus. Vor diesem Hintergrund ist es kein Zufall, dass die sich durch ihr unvermitteltes Einsetzen ‚in medias res‘ auszeichnende Kurzgeschichte die paradigmatische Gattung nach 1945 darstellt. Was verraten also Textanfänge – insbesondere von kürzeren und längeren Prosatexten – über die Epoche? Der Vortrag wird durch einen anschließenden Workshop ergänzt.
Fabio Crameri; Vortrag
Plate tectonics shapes our planet: it causes earthquakes, builds mountains, and recycles the Earth's crust over Billions of years. But how it all gets started remains one of the deepest unsolved mysteries in the Geosciences.
Subduction, where one tectonic plate dives beneath another, is the engine of this system. Yet why and how subduction begins is still not fully understood. Fabio approaches this question through global-scale computer modelling and a community-wide synthesis of evidence. To unite knowledge scattered across disciplines, he assembled an open-minded team of early-career scientists to build the SZIdatabase.org, a community-driven open-access database.
When, how, and why do subduction zones start to allow for plate tectonics on planets like the Earth, …and when do they not?
PD Dr. Fabian Schneider; Vortrag
Die Sterne am Nachthimmel scheinen unvergänglich zu sein und beflügeln seit jeher unsere Fantasie. Doch dieser Schein trügt: Sterne entstehen, verändern sich und können in gewaltigen Supernovae explodieren. Sie sind die elementaren Bausteine des sichtbaren Universums und wahre kosmische Kraftwerke. Sie produzieren zum Beispiel nahezu alle chemischen Elemente, die schwerer als Helium sind, und hinterlassen einige der exotischsten Formen von Materie: Neutronensterne und Schwarze Löcher. In diesem Vortrag werde ich den Anfang, das Ende und das „Nachleben“ von Sternen beleuchten und dabei erklären, wie Sterne unser Universum nach dem Urknall in seine heutige Form verwandelt und die Bedingungen für unser Leben geschaffen haben.
Dr. Michael Funken; Vortrag
Big-Tech-Milliardäre wie Elon Musk versprechen die nächste Stufe der Evolution: die Überwindung des unvollkommenen "Fleischrechners" Homo sapiens im "Transhumanismus". Das wirft die Frage auf: Wollen wir das überhaupt?
Der Vortrag lädt ein zu einer philosophischen Reise durch unsere kulturelle Evolution: Vom "Animismus" über "Humanismus" bis zum "Speziesismus" und eben jenem "Transhumanismus", der die Fortsetzung der Evolution mit technischen Mitteln propagiert. Ausflüge zu Aristoteles, Darwin, Nietzsche und sogar Roddenberry ;-) führen zur zentralen philosophischen Frage laut Kant: "Was ist der Mensch?". Zum Schluss gibt´s noch einen Happen Marx: Aber nicht, um plump zur Enteignung der Milliardäre aufzurufen, sondern um zu reflektieren, worin ein gelungenes menschliches Leben wohl bestehen könnte und wozu AI dienen könnte.
Dr. Christiane Licht M.A.; Vortrag
Dieser Vortrag nimmt Sie und euch mit an die Schnittstelle von moderner Hirnforschung, Hightech‑Medizin und konkreten Lebensgeschichten. Ausgangspunkt sind Situationen, in denen scheinbar nichts mehr hilft: schwere Depression, Zwangserkrankungen und therapieresistente Verläufe. Anstatt aber dort stehen zu bleiben, geht es um neue Wege, die fast nach Science-Fiction klingen: nicht‑invasive Hirnstimulationsverfahren, die mit gepulsten Magnetfeldern direkt in Gehirnnetzwerke eingreifen, in denen Emotionen, Antrieb und Entscheidungen entstehen. Verständlich wird erklärt, wie Hirnstimulation wirkt, was bereits klinische Routine ist, was aktuell erforscht wird und wo ethische Grauzonen beginnen. Anhand echter Fallvignetten zeigt der Vortrag, wie aus „austherapiert“ wieder Hoffnung werden kann – und wo die Grenzen dieser Technologien liegen.
Dr. Sarah Ferber; Vortrag
Das Wirtschaftswachstum afrikanischer Nationen reicht von minus zehn bis plus zehn Prozent. Die Ursachen sind so vielfältig wie der Kontinent selbst. In diesem Vortrag erkunden wir eine dieser Dimensionen – die Vergangenheit. Der transatlantische Sklavenhandel und der europäische Imperialismus haben tiefe Spuren hinterlassen. Doch schon lange vor dem europäischen Kontakt entstanden große Königreiche und komplexe Gesellschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Aus Sicht der wirtschaftshistorischen Forschung ergründen wir, wie vorkoloniale und koloniale Strukturen, von Verwaltungssystemen bis zu Handelsnetzwerken, die wirtschaftliche Entwicklung damals wie heute prägen. Die Erfahrungen der einzelnen Regionen sind dabei ebenso unterschiedlich wie die Entscheidungen, die nach der Unabhängigkeit getroffen wurden. Am Ende stellt sich die Frage: Waren Sklavenhandel und Kolonialismus das Ende afrikanischer Eigenständigkeit; oder lässt sich aus diesem Ende ein neuer Anfang machen?
Dr. Gordon Feld; Vortrag
Jeden Morgen endet eine Phase ohne bewusstes Erleben – und trotzdem wachen wir meist nicht mit der Frage auf, wer wir sind. Wir erleben uns unmittelbar wieder als dieselbe Person. Aber woran erkennt unser Gehirn dieses „Ich“ eigentlich? Das Teleporter- oder Klon-Paradox zeigt, wie brüchig unsere Intuition von persönlicher Identität werden kann: Wenn eine Person mit denselben Erinnerungen, Eigenschaften und Lebensbezügen rekonstruiert oder verdoppelt würde – wer wäre dann noch „ich“? Im Alltag wird diese Frage meist unbemerkt beantwortet. Gedächtnisprozesse, besonders das autobiographische Gedächtnis, stellen nach dem Aufwachen Orientierung, Vertrautheit und persönliche Kontinuität her. Der Vortrag verbindet Gedankenexperimente zur Identität mit neuropsychologischen Befunden zu Schlaf, Gedächtnis und Störungen des Selbsterlebens. Dabei geht es darum, warum aus dem Ende bewussten Erlebens meist nahtlos wieder ein Anfang als dieselbe Person wird.
Felix Wollensack; Vortrag
Antibiotika sind einer der Meilensteine der modernen Medizin. Leider hat sich nicht nur die Medizin weiterentwickelt, sondern auch die zu behandelnden Bakterien. Schon jetzt wird jährlich über hunderttausende Tode durch multiresistente Keime berichtet.
Über einen Aspekt hört man jedoch nicht so viel: Bakterien sind von Natur aus schon in der Lage lebensbedrohliche Stresssituationen wie eine Antibiotikabehandlung oder Nahrungsmittelmangel zu überleben. Dazu nutzen sie einen Mechanismus, der es ihnen ermöglicht den Stoffwechsel so stark zu reduzieren, dass sie in eine Art Schlafzustand fallen. Dadurch haben Antibiotika kaum eine Wirkung und die wenigen verfügbaren Nährstoffe reichen völlig aus.
Wenn man nun Wirkstoffe findet, die diesen Schlafzustand verhindern, könnte man diesen bakteriellen Verteidigungsmechanismus aushebeln und Antibiotika wieder wirksamer machen. Die Frage ist nur: Wie könnten diese Wirkstoffe aussehen und wie weit sind wir schon?
Dr. Andreas M. Schäfer; Vortrag
Ohne den Menschen wären die meisten Katastrophen nichts weiter als Naturereignisse. Erst wenn diese mit jenen Dingen interagieren, die uns als Zivilisation auszeichnen, können wir anfangen von möglichen Katastrophen zu reden, über die sich ein Risiko für uns Menschen und unsere Gesellschaft ableiten lassen.
Eine Katastrophe ist dabei auch kein physikalisch abgeschlossenes Ereignis, sondern, eine eng verzahnte Aneinanderreihung von physischen, ökologischen, ökonomischen und soziologischen Abläufen, die sich innerhalb von Sekunden entfalten und über Jahre oder Jahrzehnte nachwirken.
In diesem Vortrag möchten wir diese Verzahnung tiefer erkunden, Abhängigkeiten von Mensch und Umwelt ergründen und Risiken verstehen. Denn das Verständnis von Risiko ist die Grundlage, wie wir als Gesellschaft jene Resilienz aufbauen können, damit zukünftige Naturereignisse nicht mehr in Katastrophen enden.
Dr. Niels Doehring; Vortrag
Was wäre, wenn wir mit denselben Mitteln zehn- oder hundertmal mehr Gutes bewirken könnten? Effektiver Altruismus verbindet moralisches Engagement mit klarem, evidenzbasiertem Denken: Welche Probleme sind die größten? Welche Lösungen wirken nachweislich? Und wie kann ich als Individuum die Welt zu einem besseren Ort machen?
Dieser Vortrag gibt eine Einführung in die Grundideen der Bewegung: von globaler Gesundheit über Tierwohl bis zu Risiken neuer Technologien, ganz ohne Vorwissen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Theorie, sondern das Handeln: Wie wird aus guter Absicht echte Wirkung?
Ein Fokus liegt auf der wahrscheinlich wirkungsvollsten Entscheidung überhaupt – der eigenen Karriere. Rund 80.000 Stunden verbringen wir mit Arbeit. Genau das macht den Beruf zum größten Hebel, um Gutes zu bewirken. Dieser Vortrag ist eine Einladung, die eigene Handlungsmacht neu zu denken, und ein Anstoß zum ersten Schritt.
Gabriele Schmidt; Vortrag
Die Windbranche geht schweren Zeiten entgegen, aber es ist noch nicht das Ende. Anknüpfend an den Vortrag vom letzten Jahr wird es ein bisschen Bekanntes und ein bisschen Neues geben. Einblicke in Planung, Bau und Ruckbau sowie zu den aktuellen Herausforderungen sind die Themen.
Fragen zu allen Aspekten der Windenergie sind willkommen, Neugier auf ein neues Themenfeld oder tiefere Diskussionen sind gewünscht.
Michael Hassemer; Vortrag
Unsere Rechts- und Gesellschaftsordnung beruht derzeit im Wesentlichen auf den Gedanken und Prinzipien der Aufklärung. Die Philosophie der Aufklärung ist allerdings vor-darwinistisch: menschliche Intelligenz war seinerzeit die einzig vorstellbare. Dies hat bis heute Auswirkungen auf unsere Vorstellung des Subjekts (und Rechtssubjekts) sowie auf die Fragen, wer Rechte und Pflichten trägt, welche Entitäten zu schützen sind, wer Urheber oder Erfinder sein kann, und wie sich unser Verhältnis zu nicht-menschlicher Intelligenz oder Innovation gestaltet.
Alexander Scivos; Rahmen-/Abendprogramm
Wie sieht (d)ein kreativer Umgang mit Anfang und Ende aus? Stellt sich der Neubeginn als Fortsetzung oder Kontrast dar? Die kleine MHN-Kunstausstellung unter dem Motto "art of mind" stellt aus, was Teil-Nehmer der Mind-Akademie selbst Zusammen-Bringen. Zum 12. Mal freuen wir uns auf Papierbilder, Origami, Kleinplastiken, Fotos und sonstige im Foyer ausstellbare Kunstwerke im Format bis 50 cm Größe.
Während der Midissage stellen die Kreativen ihre Werke vor.
An alle, die kreativ sind oder es werden wollen:
Malst du ohne Ende oder willst du endlich damit anfangen? Nutze die Mind-Akademie als Anlass, deine vorhandenen oder gezielt für diese Documensa angefertigen Werke zu zeigen: Spiele mit den Begriffen Ende / Anfang. Oder erstelle je eine Bilder- / Fotoserie zu den Themen "Ende" und "Anfang". Wir freuen uns auf alle kreativen Beiträge.
(Wir helfen gern beim Aufbau. Die Werke können leider nicht versichert werden. Sprich uns einfach an.)