Dr. Falko Brieger
Dr. Falko Brieger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und Leiter des Arbeitsbereichs "Lebensraumverbund & Wildunfälle" des FVA-Wildtierinstituts. Seit 2010 bearbeitet er Projekte zum Thema Wildunfälle und Präventionsmaßnahmen sowie zum Lebensraumverbund sowohl für das Land Baden-Württemberg als auch auf Bundesebene. Er promovierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zur Wirkungsweise von blauen Wildwarnreflektoren und wurde mit einem Stipendium der Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr gefördert.
Beitrag
Während Verkehrsunfälle im Trend rückläufig sind, steigen Wildunfälle seit Jahrzehnten kontinuierlich an und stellen ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar. Im Durchschnitt findet alle 90 Sekunden ein Wildunfall mit einem größeren Säugetier auf bundesdeutschen Straßen statt, was jährlich zu mehr als 1 Mrd. Euro Sachschäden an Fahrzeugen und rund 2.500 Personenschäden führt. Gleichzeitig fehlt ein bundesweit einheitliches Dokumentationsverfahren von Wildunfällen, was wissenschaftliche Analysen und Erkenntnisgewinne erschwert. Die Verkehrsachsen wiederum führen zu immensen Einschnitten in die Lebensräume und stellen für viele Tier- und Pflanzenarten unüberwindbare Barrieren dar. Biotopverbundsysteme greifen dieses Dilemma auf und ermöglichen im besten Fall die Vernetzung von Lebensräumen über Verkehrsachsen mit Hilfe von u. a. Grünbrücken. Aufgrund dieser aufwändigen und finanziell teuren Maßnahme können nur wenige Verkehrsabschnitte entschärft werden und viele Brennpunkte bleiben bestehen.