04.10.2025 –, Toulon (A030)
Im Zentrum des Vortrags stehen die sogenannten „Millionenjahrhäuser“ – Tempelanlagen, die die altägyptischen Könige vor allem im Neuen Reich (ca. 1539-1077 v. Chr.) in Theben-West errichten ließen. Ursprünglich als reine Totentempel missverstanden, zeigt ihre architektonische Gestaltung, bildliche Ausstattung und schriftliche Überlieferung, dass sie weit mehr waren: Zentren königlicher Selbstdarstellung, Schauplätze kultischer Handlungen, feste Bestandteile des religiösen Festkalenders und, nicht zuletzt, bedeutende ökonomische Betriebe.
Die ägyptische Bezeichnung „Haus der Millionen von Jahren“ taucht bereits in der 12. Dynastie auf und bleibt bis in die Zeit Alexanders des Großen in Gebrauch. Anhand archäologischer, ikonografischer und textlicher Zeugnisse wird untersucht, wie diese Bauten als Schnittstellen von Welt, Zeit und Raum funktionierten – als Orte, an denen die göttliche Legitimation des Königs über Generationen hinweg immer wieder neu verankert wurde.
Promovierte Ägyptologin mit den Schwerpunkten „Antike Konfliktforschung“, Siedlungsarchäologie und Obeliskenforschung. Sie ist als assoziierte Forscherin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig und veröffentlicht regelmäßig zu zentralen Themen der altägyptischen Militär- und Kulturgeschichte.
Ihre Lehrtätigkeit umfasst Veranstaltungen am Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der JGU Mainz sowie an der Universität des Dritten Lebensalters (U3L) der Goethe-Universität Frankfurt. Zudem ist sie Erste Vorsitzende des Freundeskreises Ägyptologie an der JGU Mainz e.V. und engagiert sich intensiv in der wissenschaftlichen Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit.